Hier drischt der Braumeister selbst

Karmeliten-Braugerste auf Gut Eglsee geerntet – Bier mit Gäubodengerste


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Thomas Eichenseher, Braumeister der Karmeliten Brauerei, war bei der staubigen Ernte mit dabei.

Die erste Straubinger Braugerste aus dem Regionalkonzept der Karmeliten Brauerei wurde geerntet. Seit einigen Jahren hat sich die Traditionsbrauerei Regionalität und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Anfang des Jahres entstand im Sinne des Regionalkonzepts das Projekt des regionalen Gerstenanbaus. Auf Ackerflächen von Gut Eglsee wurde von der von Poschinger-Bray’schen Güterverwaltung aus Irlbach die Braugerste „Grace“ der Saatzucht Ackermann angebaut, die nun geerntet wurde.

Beim Dreschen der Felder war auch der Braumeister der Karmeliten Brauerei, Thomas Eichenseher, mit dabei. „Unsere Gerste reifte in gerade mal drei Kilometer Entfernung zur Brauerei“, sagt er. Von der Aussaat bis zur Ernte habe die Brauerei das Korn begleitet. „Wir freuen uns schon sehr, wenn wir ab Herbst mit unserer Straubinger Gerste Karmeliten Bier brauen“, sagt Thomas Eichenseher. Gemeinsam mit Sebastian-Gabriel Freiherr von Poschinger-Bray brachte er auf den riesigen Mähdreschern der Güterverwaltung die erste Braugerstenernte ein.

 

Bevor die Vermälzung der Gerste von der Mälzerei Müller in Inkofen vorgenommen wird, lagert das Getreide zur Trocknung und Überwindung der notwendigen Keimruhe. Anschließend wird das Korn im Weichhaus der Mälzerei befeuchtet, um den Wassergehalt des Korns auf über 30 Prozent zu steigern. In den folgenden Tagen findet die Keimung statt, wobei die Feuchtigkeit erhöht und die Bildung von Enzymen im Korn aktiviert wird. Aus dem Keimling bilden sich dann Ansätze von Blatt- und Wurzelkeimen. Das sogenannte Grünmalz wird anschließend auf der Darre schonend getrocknet, wodurch die malztypischen Farb- und Aromastoffe verstärkt werden. Außerdem wird durch die Trocknung eine längere Lagerfähigkeit des Malzes gewährleistet. Im Herbst wird das erste Malz aus dem Regionalprojekt in der Karmeliten Brauerei angeliefert und zum Brauen verwendet.

 

Die Qualität der ersten Getreideernte habe alle Beteiligten zufriedengestellt. „Sowohl beim Ertrag, als auch beim Eiweißgehalt des Korns liegen wir über dem allgemeinen Durchschnitt. Hier hat sich gleich im ersten Erntejahr der nährstoffreiche Gäuboden als hervorragendes Anbaugebiet bestätigt“, lobte Christoph Kämpf, Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei, den Erfolg der ersten Braugerstenernte.

Mit der Verwendung der ersten eigenen Gerste für den regulären Brauprozess schließt sich der regionale Wirtschaftskreislauf der Karmeliten Brauerei. Dabei werden Natur und Umwelt durch möglichst kurze Transportwege geschützt und die Unternehmen einer Region nachhaltig gestärkt.

 

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Freuen sich über die gelungene Ernte (v.l.): Johann Retzer von Saatzucht Ackermann, Braumeister Thomas Eichenseher, Sebastian-Gabriel Freiherr von Poschinger-Bray und Christoph Kämpf, Geschäftsführer der Karmeliten Brauerei.