Präsentation der energieautarken Brauerei

Das Ziel: 99,5 Prozent CO2-Ersparnis

Nächsten Projektschritt auf dem Weg zur energieautarken Brauerei vorgestellt

 

Mit zünftiger Blasmusik der Hirschlinger Musikanten, zahlreichen Politikern und Ehrengästen und der Präsentation des neuen hellen Weizendoppelbocks hat die Karmeliten-Brauerei Freitagnachmittag einen weiteren großen Schritt auf ihrem Weg zur energieautarken Brauerei vorgestellt. Bis 2018 soll das ehrgeizige Projekt vollendet sein, das zum Ziel hat, 99,5 Prozent des bisherigen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes einzusparen. Das bedeutet: Die Karmeliten-Brauerei kann mit der Energie, die andere Brauereien für einen Kasten Bier benötigen 200 Kisten Bier herstellen.
Bierig gut gelaunt haben sich die vielen Ehrengäste am Freitag im Zelt auf dem Brauereigelände an der Senefelder Straße eingefunden, um die energieautarke Brauerei in Augenschein zu nehmen. Das Konzept, dessen Umsetzung von einigen Rückschlägen und Problemen gezeichnet war, stellte Geschäftsführer Christoph Kämpf vor – nach der
„KV-Methode“, also „kinder- und vorstandstauglich“: „Wir nutzen die Energie, die auf unserem Grundstück geerntet werden kann möglichst oft.“ Detaillierter bedeutet das: Die neue Mikrogasturbine (siehe rechte Seite) erzeugt Strom für Licht und Maschinen. Dabei fällt Wärme an. Diese kann zum Erhitzen von Wasser oder Würze genutzt werden. Die Abwärme aus dem Kessel, die dabei anfällt, wird in Kälte umgewandelt – „es gibt weltweit nur fünf Maschinen, die das können“, sagte Kämpf. Aus 95 Grad werden -5. Sie werden gespeichert und bei Bedarf für den Lagerkeller verwendet, wo permanent 0 Grad herrschen müssen. Dazu wird im Winter auch Schnee mit einer Schneelanze produziert (siehe rechte Seite). In weiteren Schritten werde eine Solaranlage aufs Dach gebaut, aus Abwasser Klärgas produziert und in der Mikrogasturbine verarbeitet. „Dann können wir von nahezu energieautark sprechen“, erklärte Kämpf stolz.

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Den Grußwortrednern wie Ralph Michael Gehlhar überreichte Geschäftsführer Christoph Kämpf eine limitierte Bierkreation, in der 99 verschiedene Hopfensorten verarbeitet sind.

 

„Passt wunderbar zur Region“
Zu ihrem Mut, Pioniergeist und Einsatz für die Umwelt gratulierte Bürgermeister Hans Lohmeier der Karmeliten-Brauerei. „Wir feiern heute eine Technologie, die in die Zukunft zeigt und konsequent auf unsere Probleme eingeht“, sagte Lohmeier. „Das passt wunderbar zu Straubing als Region der nachwachsenden Rohstoffe“, bekräftigte er, ebenso wie Landrat Josef Laumer, der zu diesem „schönen Erfolg“ gratulierte und alles Gute für die weitere Realisierung wünschte. Auf den schwierigen Weg des Projekts ging MdB Alois Rainer ein. Er war dabei, als der Förderbescheid vom Bundesumweltministerium übergeben wurde. „Wer Geld vom Bund kriegt, muss sich unglaublich engagieren“, betonte er. „Dafür braucht es innovative Konzepte wie dieses.“ Auch von der Regierung von Niederbayern gab es eine Förderung, bedankte sich Kämpf bei Wirtschaftsförderer Wolfgang Maier sowie außerdem bei den Eigentümern der Brauerei, die sich stets offen für die Ideen der 31 Mitarbeiter zeigten.


Rundgang durch die Anlage
Rainer bestätigte der Karmeliten-Brauerei eine große Leistung, an der maßgeblich Ralph Michael Gehlhar beteiligt war, der seit vier Jahren an der Umsetzung der gemeinsamen Vision seiner Firma „Ziemann und Holvrieka“ und der Karmeliten-Brauerei arbeitet. Vom Erfolg des Projekts konnten sich die Gäste bei einem Rundgang durch die Anlagen überzeugen, nachdem Pfarrerin Erna Meiser, Pfarrer Stefan Altschäffel und Karmelitenpater Jim das Projekt, die Maschinen und die Mitarbeiter gesegnet hatten.                                                                        -rus-

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200 Kästen Bier kann die Karmeliten-Brauerei bald mit der Energie, die andere für eine brauchen, herstellen. Dazu gratulierten unter anderem MdB Alois Rainer (3.v.r.) und sein Vorgänger Ernst Hinsken (2.v.l.) dem Geschäftsführer Christoph Kämpf (link