„Mach dein Bier, wir brauen‘s Dir!“

Ein Prosit der Karmeliten-Vielfalt: 450 Rezepte, 20 Favoriten, vier Gewinnerbiere

 

Ein Prosit der Vielfalt und der Entscheidung, nach Wunsch zu brauen. Das ist das Resümee der Jubiläumsaktion „Mach dein Bier, wir brauen‘s Dir!“ der Karmelitenbrauerei. Von der Menge und der Vielfalt, der eingereichten Wunschrezepte für neue Bierspezialitäten, waren Geschäftsführer Christoph Kämpf und Braumeister Thomas Eichenseher beeindruckt: „Sehr oft mit viel Wissen und Herzblut.“ Über 450 Rezepte wurden im „Bierkonfigurator“ eingereicht, für die Jury-Entscheidung wählten die beiden in langen Gesprächen 20 aus, vier wurden, teils in Stichwahl, am Mittwochabend im „Karmeliten“ am Hagen gekürt. Gebraut werden: „Bavarian Barbarians“, „Deeper Danube“, „Lorenz“ und „Gäuboden Spezial“ – zwei Craft-Biere, ein Bitter und ein Kölsch.

 

Zum 650-Jahr-Jubiläum der Brauerei, das 2017 gefeiert wird, wollte man kein Traumauto und auch keine Traumreise verlosen, erklärte Kämpf, sondern traumhafte Spezialitäten nach dem bayerischen Reinheitsgebot anbieten: „Bier passt zu uns!“ Von jedem der vier Gewinnerbiere wird „a gscheide Menge“ gebraut. Sprich je 80 Hektoliter, also 8?000 Maß Bier. Gebraut wird ab Januar, verkauft ab März. Und zwar in einem Vierertragerl, bestückt mit je einer Flasche der ausgewählten Biere. Einreichungen kamen aus der Region, ganz Bayern, Deutschland und vereinzelt darüber hinaus. Das „Osterfestbier“, ein Dampfbier, wurde zum Beispiel von einem Schweden eingereicht, der sich ein Bier wünschte, „das gut zu Fisch passt“.

 

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Die hochkarätige Bier-Jury sowie Leitung und Mitarbeiter der Karmelitenbrauerei stoßen an auf „besondere Biere“ für das 650-Jahr-Jubiläum der Brauerei. Gebraut werden: „Bavarian Barbarians“, „Deeper Danube“, „Lorenz“ und „Gäuboden Spezial“ – zwei Craft-Biere, ein Bitter und ein Kölsch.

 

Vor zehn Jahren undenkbar


Braumeister Eichenseher freut sich auf die Herausforderung, neue Sude anzusetzen. Er stellte die 20 zur Wahl stehenden Rezepte mit viel Fachwissen und einigen bierseeligen Kommentaren zu den vorgeschlagenen Namen oder der Geschichte der Bierart geschickt vor. Zum Beispiel, „das würde ich schlank brauen“, „die Farbe wäre bei diesen Bittereinheiten dunkel bis leicht rötlich“ oder Zusatzinformationen der Rezepteinreicher: „Der will es nicht so süß haben, weil er aus dem Bayerischen Wald stammt.“ Von vielen Fachausdrücken wurde der Laie ganz Informationstrunken. Die hochkarätige Jury aber lauschte gespannt, die Bierspezialisten waren nicht nur von zahlreichen Ideen beeindruckt, sondern auch von der Aktion. Der „Bierpapst“ (siehe auch Artikel unten) erklärte später voller Respekt: „Vor zehn Jahren wäre eine solche Aktion noch undenkbar gewesen. Eine Brauerei, die auf Zuruf von außen braut.“

 

In der Bier-Jury saßen unter anderem Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes und Chef der „Privaten Weißbierbrauerei“ G. Schneider & Sohn GmbH“, Dr. Wolfgang Stempfl von der Doemens Akademie und Conrad Seidl, der „Bierpapst“ aus Österreich. Dabei war auch der Italiener Simonmattia Riva, Biersommelier Weltmeister seit 2015 (wurde in Brasilien gekürt), für den die Rezepte auf Englisch übersetzt wurden, Sabine-Anna Ullrich, Bayerische Bierkönigin vom Untermain, Steffi Holler, Straubingerin und Gewinnerin von einem verlosten Juryplatz. Dazu Barbara Schinagl und ihr Mann, sie ist IHK geprüfte Weinsommeliere, ihr Mann arbeitet bei einer großen Hopfenfirma. Sie hatten sich einzeln beworben, wurden aber in dieser Kombination („Was wird da abends wohl getrunken?“) mit einer Stimme in der Jury besetzt. Mitarbeiter und Partner der Brauerei rundeten das Auswahlkomitee ab. Zum Beispiel Michaela Stöberl, Hausherrin „Das Karmeliten“ und Biersommelierin. Also, viel Bierkompetenz „und der Oberbürgermeister Markus Pannermayr als Biertrinker“, waren in der Jury versammelt. Der brauchte zur Stimmabgabe auch am längsten und die Hilfe des Braumeisters (siehe auch Artikel unten).

 

 

Gourmet-Biergläser

 

Viel Bier wurde am Entscheidungsabend natürlich gereicht, aber nicht in Massen, sondern in Maßen. Josef Schadenfroh, Biersommelier und Außendienstmitarbeiter der Karmelitenbrauerei, reichte in „Gourmet-Biergläsern“ (ähnlich Weingläsern) bereits bestehende Spezialitäten der Brauerei. Der Karmentinus, ein heller Weizen-Doppelbock, ein Porter „Xaver“, das in Zusammenarbeit mit der amerikanischen „Urban Chestnut Brewing Company“ entstand (wir berichteten) und das „Impendium Spezialbier Anno 2013“, eine limitierte Bierspezialität. Mit vielen Fachgesprächen und Selfies mit Biersommelier-Weltmeister und Bierkönigin klang der Abend im „Karmeliten“ aus.

 

 

Ab März wird ausgeschenkt

 

Erhältlich wird das „Fourpack“ der Gewinnerbiere in allen Wirtschaften und Getränkemärkten sein, die von der Karmelitenbrauerei beliefert werden und dies wünschen. Die vier Gewinner dürfen sich auf ihr Konterfei auf „ihrem Etikett“ freuen, außerdem auf einen Volksfestbesuch mit der Brauerei. Alle Biergenießer dürfen aus den vier Bieren das Beste küren. Dafür gibt es dann für den siegreichen Rezepteinreicher eine Jahresbierrente, also einen Kasten pro Woche.