Karmeliten Brauerei lässt alte Tradition aufleben und feiert Brauer-Silvester

Am 30. September feierte die Karmeliten Brauerei gleich doppelt. Neben dem alljährlichen Kellerbieranstich wurde auch der sogenannte „Brauer Silvester“ begangen. Aber warum eigentlich am 30. September und nicht am 31. Dezember? Wir haben bei Karmeliten-Brauerei Chef Christoph Kämpf nachgefragt. „Im September waren früher die Bierlager leer, die Hopfen- und die Braugerstenernte eingebracht: Also die beste Zeit, um vor Beginn der Winterbierproduktion Bilanz zu ziehen. Auch wurde damals am letzten Tag im September das Braugetreide bezahlt und somit das Geschäftsjahr zu Ende gebracht.“

 

Eine schöne Jahrhunderte alte Tradition hat die Karmeliten Brauerei wieder aufleben lassen. Denn vorbei ist die Zeit, wo man als Brauer Silvester bereits im September feierte. Carl von Linde war es, der den Brauern diesen „Feiertag“ ab Mitte des 19. Jahrhunderts verdarb. Da es bekanntlich in der Zeit vor dem Einbau der ersten Kühlmaschine durch Carl von Linde (1842 – 1934) in einer Münchner Brauerei (1876) noch keine künstliche Kühlung gab, musste das Bier durch natürliches Eis kalt gehalten werden. Dieses wurde aus zugefrorenen Weihern durch Hauen gewonnen und in z.T. unterirdischen Bierkellern gelagert, wo es gleichzeitig das Bier bis in den Sommer kühlte. Bei der letzten Produktion Ende März, wurde dieses „Märzenbier“ etwas stärker eingebraut, damit es den ganzen Sommer über frisch blieb. Meist schenkten die Brauer ihren letzten Vorrat des Märzenbieres im September aus. Nach der Hopfen- und Getreideernte im Herbst produzierten die Brauer dann frisches Bier.

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Kreisrat Alfons Wolf, Bürgermeister von Niederwinkling Ludwig Waas, stellvert. Landrätin Barbara Unger, 3. Bürgermeister Schwarzach Ludwig Knott, Kreisrat Fritz Fuchs, Karmeliten Brauereidirektor Christoph Kämpf, Braumeister Thomas Eichenseher, Kreis

Zum Ausschank kam am Freitag, 30. September das naturtrübe Kellerbier der Karmeliten Brauerei Straubing. Diese naturbelassen unfiltrierte Bierspezialität ist vollmundig-würzig und zugleich fruchtig im Geschmack. Statt der Anwendung von künstlichen Haltbarkeitsverfahren, wird das Bier kellerbelassen unfiltriert abgefüllt und ist daher sehr reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Zur Sicherung der hohen Geschmacksqualität gibt es das Karmeliten Kellerbier daher nur in den Monaten mit „R“: von September bis April.

 

Bei Wirtsfamilie Lerch im Gasthaus „Zum Heinerl“ in Niederwinkling lud die Karmeliten Brauerei zum traditionellen Brauer Silvester mit gemeinsamer Verkostung des neuen Kellerbiers ein. Über 100 Gäste, darunter die stellvertretende Landrätin Barbara Unger, sowie einige Kreisräte und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, folgten dieser Einladung und probierten das naturbelassen-trübe Kellerbier der Straubinger Traditionsbrauerei. Musikalisch wurde der Abend von der Gruppe „Oane wia koane“ umrahmt. Geschäftsführer Christoph Kämpf und Braumeister Thomas Eichenseher bedankten sich im Namen der Karmeliten Brauerei bei Familie Lerch für die herzliche Aufnahme und das gelungene Fest.

„Es ist schön, jedes Jahr in einem anderen Teil unseres Verkaufsgebietes den Brauer Silvester feiern zu dürfen. Diese uralte Tradition haben wir vor einigen Jahren wieder aufleben lassen und präsentieren seither auch unser vollmundiges Kellerbier zu diesem Anlass“, freut sich Christoph Kämpf über die gelungene Veranstaltung.