Die Mischung macht’s

Projektgruppe: Bereits rund 30 Blühflächen angelegt – Mahd für Vielfalt wichtig

Immer mehr blüht und summt es in der Stadt. Die Zahl der Blühflächen, die eine Projektgruppe der Stadtgärtnerei anlegt, steigt stetig: Rund 30 davon gibt es mittlerweile, verteilt in ganz Straubing. Unter anderem sollen damit Insekten und Wildbienen unterstützt werden. Mitglieder der Projektgruppe Blühflächen, Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Christoph Kämpf, Direktor der Karmelitenbrauerei, besuchten am Montag eine der neuen Blumenwiesen.

Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde die Projektgruppe gegründet, seitdem hat sich einiges getan: Partner, die Flächen zur Verfügung stellen, wurden gefunden, Samen gesät, Wiesen gemäht. Denn: Auch bei den wild daherkommenden Blühflächen ist die Mahd wichtig, man kann sie nicht komplett sich selbst überlassen. Das weiß Tobias Schindler, Landschaftsgärtnermeister und zuständig für das Mähmanagement in der Stadtgärtnerei. „Ein bis zwei Mal im Jahr muss man mähen“, erklärt er. Denn vor allem zu Beginn einer neuen Blühfläche gebe es Pflanzenarten wie etwa das Indische Springkraut oder die Goldrute, die schnell wachsen und viel Platz auf der Wiese einnehmen. „Dabei sind das Neophyten, also keine einheimischen Pflanzen“, erklärt Jörg Mildenberger, Koordinator der Projektgruppe Blühflächen der Stadtgärtnerei. Wird die Wiese allerdings gemäht, haben auch kleinere Pflanzen die Chance auf Licht und können wachsen.

 

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Besuchten die Wiese an der Gartenstraße (v.?l.): Christoph Kämpf, Direktor der Karmelitenbrauerei, Landschaftsgärtnermeister Tobias Schindler, Projektkoordinator Jörg Mildenberger und Oberbürgermeister Markus Pannermayr.

Nur Sonnenblumen sind nicht genug

Das sei nicht nur wichtig, um einheimische Pflanzen zu fördern, sondern auch zur Unterstützung der Insekten. „Auf Sonnenblumen etwa sieht man eigentlich nur Hummeln oder Honigbienen.“ Das seien Generalisten, also Insekten, die sich von vielen verschiedenen Pflanzenarten ernähren können. Sogenannte Spezialisten sind dagegen auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Gibt es diese nicht in Straubing, hat auch der Spezialist keine Chance. Etwas, was Mildenberger mit seiner Projektgruppe verhindern will.

Außerdem werde beim Anlegen darauf Wert gelegt, dass langjährige Blühflächen geschaffen werden. „Es sollte kein einjähriges Schauspiel sein“, sagt Mildenberger. Schließlich wolle man nachhaltig etwas für die Artenvielfalt tun.

Es sei schön zu sehen, mit welcher Leidenschaft und Überzeugung die Stadtgärtnerei das Projekt betreibe, lobte Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wisse ja mittlerweile jeder, worauf es bei der Unterstützung der Artenvielfalt ankäme, so Pannermayr weiter.

 

OB: „Es hilft nichts, nur darüber zu reden“

„Allerdings hilft es nichts, nur darüber zu reden“, betont Pannermayr. Daher gehe man als Stadt mit solchen Projekten mit gutem Beispiel voraus. Außerdem sei es wichtig, dass der Verbund an Partnern weiter wachse, damit die Blühwiesen dauerhaft eine Chance hätten.

Ein solcher Partner ist auch die Karmelitenbrauerei. Brauereidirektor Christoph Kämpf überzeugte sich vor Ort von der Entwicklung einer der Blühflächen an der Gartenstraße. Interessant sei das Projekt für die Brauerei deshalb gewesen, weil das Unternehmen selbst versuche, energieautark zu sein. Zudem habe man mittlerweile drei Bienenstöcke auf dem Gelände. „Deswegen wollten wir weitere Blühflächen in der Stadt mit fördern“, erklärt Kämpf. Auch weitere Firmen, Schulen, Einrichtungen, aber auch Privatleute unterstützen das Projekt.

 

Mehr Bilder unter www.idowa.plus

 

Info

Wer Grund für das Projekt zur Verfügung stellen will, kann sich unter Telefon 09421/944?67444 an die Stadtgärtnerei wenden.

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Bei den Bienen kommen Kornblumen gut an.

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Jede Blühfläche sieht anders aus – und wird sich auch über die Jahre hinweg verändern, da ist sich Jörg Mildenberger sicher.