Energieautarke Brauerei

Auszeichnung „TOP 100“ für Karmeliten Brauerei

Altes loslassen und Neues wagen: Innovative Mittelständler wie die Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG aus Straubing haben keine Angst vor dem Wandel, sondern begreifen ihn als Chance. Damit überzeugte das Unternehmen bei der 27. Runde des Innovationswettbewerbs „TOP 100“. Die Karmelitenbrauerei gehört nun offiziell zu den „TOP 100“. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren beeindruckte das Unternehmen in der Größenklasse A (bis 50 Mitarbeiter) besonders in der Kategorie Außenorientierung/Open Innovation.

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Martina Kulzer vom Marketing und Geschäftsführer Christoph Kämpf von der Karmelitenbrauerei freuen sich über die Auszeichnung. Foto: Karmelitenbrauerei

Brauen funktioniert bei dem „bayerischen Top-Innovator“ nach einem alten Prinzip und natürlich nach dem deutschen Reinheitsgebot. Doch der Prozess verbrauchte bisher enorm viel Energie und deshalb machten sich die Bierbrauer um Geschäftsführer Christoph Kämpf Gedanken darüber, was und wie man einsparen kann. Beim Bierbrauen müssen große Volumen erhitzt, gekocht und wieder abgekühlt werden. Deshalb hat das 1367 gegründete Unternehmen gemeinsam mit Technologiepartnern das Konzept der energieautarken Brauerei entwickelt. Nun beginnt der Brauprozess in einem zweistöckigen Kaskaden-Sudhaus: Oben wird das Malz eingemaischt, und die Flüssigkeit läuft aufgrund der Schwerkraft quasi von allein in das untere Stockwerk. So muss für das sogenannte Läutern keine Energie aufgewendet werden. Außerdem setzt die Brauerei fast ausschließlich auf erneuerbare Energiequellen. Eine innovative Technik ermöglicht es, alle Reststoffe der Bierproduktion wieder zu Wertstoffen umzuwandeln. Die Anlage arbeitet dabei mit intelligenten Energiespeichern sowie mit Verteilsystemen aus erneuerbaren Energien und mit Energierückgewinnung. Fast 100 Prozent seines CO2-Fußabdrucks spart das Unternehmen mittels Rückgewinnung aus seinem Abwasser. „Als regionale, mittelständische Brauerei werden wir nicht allein die Welt retten“, sagt Christoph Kämpf. „Aber was uns möglich ist, tragen wir dazu bei.“

 

Info

Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien.