30. September 2009

Brauer-Silvester 2009 im Sturmkeller

Karmeliten Brauerei läßt alte Tradition aufleben und feiert Brauer-Silvester

Am 30. September feierte die Karmeliten Brauerei mit Freunden und Bekannten „Brauersilvester“. „Aber warum eigentlich am 30. September und nicht am 31. Dezember?“, hat sich der eine oder andere der zahlreich erschienenen Gäste an diesem Abend im Sturmkeller gefragt. Karmeliten-Brauerei Chef Christoph Kämpf konnte den traditionellen Ursprung schnell erklären: „Im September waren früher die Bierlager leer, die Hopfen- und die Braugerstenernte eingebracht: Also die beste Zeit, um vor Beginn der Winterbierproduktion Bilanz zu ziehen. Auch wurde damals am letzten Tag im September das Braugetreide bezahlt und somit das Geschäftsjahr zu Ende gebracht.“

 
Eine schöne Jahrhunderte alte Tradition hat die Karmeliten Brauerei wieder aufleben lassen. Denn vorbei ist die Zeit, wo man als Brauer Silvester bereits im September feierte. Carl von Linde war der „Übeltäter“ der den Brauern diesen Spaß ab Mitte des 19. Jahrhunderts verdarb. Da es bekanntlich in der Zeit vor dem Einbau der ersten Kühlmaschine durch Carl von Linde (1842 – 1934) in einer Münchner Brauerei (1876) noch keine künstliche Kühlung gab, musste das Bier durch natürliches Eis kalt gehalten werden. Dieses wurde aus zugefrorenen Weihern durch Hauen gewonnen und in z.T. unterirdischen Bierkellern gelagert, wo es gleichzeitig das Bier bis in den Sommer kühlte. Bei der letzten Produktion Ende März, wurde dieses „Märzenbier“ etwas stärker eingebraut, damit es den ganzen Sommer über frisch blieb. Meist schenkten die Brauer ihren letzten Vorrat des Märzenbieres im September aus. Nach der Hopfen- und Getreideernte im Herbst produzierten die Brauer dann frisches Winterbier.

 

Diese Tradition des Brauer-Silvester hat die Karmeliten Brauerei gemeinsam mit dem Sturmkeller Wirts-Ehepaar Josef und Sofie Achatz wieder aufleben lassen. Nach einem „Kir-Karmeliten“ zum Aperitif ließen es sich die Gäste im Sturmkeller bei Gansfilet und Spanferkel mit Biersoße schmecken. Und natürlich – wie es sich für ein Brauerei Fest gehört – kamen auch die Getränke nicht zu kurz. Das Wirte-Ehepaar Achatz hat sich gemeinsam mit Biersommelier Kämpf zu jedem Gericht den passenden Bier-Tipp einfallen lassen. Vom Goidhaiberl über das Weizenbier bis hin zum Doppelbock war für jeden Geschmack die richtige Bierspezialität dabei.

 
Gefeiert wurde dieser traditionelle Anlass im Sturmkeller bis spät in die Nacht.